24. Februar 2019  I  Kategorie: Scheidung Augsburg Rechtsanwalt

Für Ihre Scheidung in Augsburg benötigen Sie als Paar mindestens einen Rechtsanwalt. Es kann sich aber auch jeder Ehegatte einen eigenen Anwalt nehmen, was bei strittigen Fragen eher zu empfehlen ist. Die „Einspännerlösung“ (ein Rechtsanwalt für beide Partner) ist natürlich deutlich günstiger, funktioniert aber nur, wenn Sie sich praktisch über alle wichtigen Bereiche einig sind. Wir beraten Sie in Augsburg gern vorab zur für Sie wahrscheinlich besten Lösung.

Warum ist der Anwalt für die Scheidung wichtig?

Für das Einreichen des Scheidungsantrags besteht Anwaltszwang nach § 114 Absatz 1 FamG (Gesetz über Verfahren in Familiensachen / Angelegenheiten freiwilliger Gerichtsbarkeit). Wenn der andere Gatte dem Scheidungsantrag nur zustimmen möchte, ist er nach § 114 Absatz 3 Nr. FamG vom Anwaltszwang befreit, kann jedoch dann keine eigenen Anträge stellen. Diese sind Anwälten vorbehalten. Des Weiteren kann ein anwaltlich nicht vertretener Ehegatte keinen Rechtsmittelverzicht erklären, sodass die Rechtskräftigkeit der Scheidung erst nach einem Monat gegeben ist. Das stört aber manche Paare nicht. In Streitfällen müssen sich beide Partner anwaltlich vertreten lassen. Ein Streitfall entsteht, wenn nach abgelaufenem Trennungsjahr Meinungsverschiedenheiten über Folgesachen bestehen. Auch könnte ein Partner der Meinung sein, dass das Trennungsjahr noch nicht abgelaufen ist. Das führt in jedem Fall zum Streit, wenn das Paar noch in einer gemeinsamen Wohnung lebt, denn hier ist die Beweislage extrem schwierig. Einfacher ist die Frage des Trennungsjahres zu klären, wenn ein Partner ausgezogen ist. Lassen Sie sich am besten von uns zu Ihrer Scheidung in Augsburg diesbezüglich beraten.

Was sind die “Folgesachen” einer Scheidung?

Diese Frage hören wir in Augsburg (wie wahrscheinlich jeder Anwalt der Republik) immer wieder. Die Folgesachen beschreibt der § 137 Absatz 2 FamG:

  • Unterhalt
  • Versorgungsausgleich
  • Ehewohnung und Hausrat
  • Kindschaftssachen (Sorge- und Umgangsrecht)
  • Güterrecht

Das Familiengericht muss über die Folgesachen im Scheidungsverfahren verhandeln und entscheiden. Eine Sonderstellung nimmt dabei der Versorgungsausgleich ein, also die gegenseitigen Rentenanwartschaften. Das Familiengericht führt diesen Teil des Verfahrens von Amts wegen durch, wenn die Ehe über drei Jahre gedauert hat und es keine notarielle Verzichtserklärung zum Ausgleich gibt. Die anderen Folgesachen werden vom Familiengericht nur nach entsprechendem Antrag entschieden. Das ist der Grund, weshalb Sie für die genannten Folgesachen, wenn sie diese nicht restlos im Binnenverhältnis klären konnten, einen Rechtsanwalt benötigen. Dessen Aufgaben hängen vom Umfang des Verfahrens und der Einvernehmlichkeit oder Strittigkeit ab. Wir beraten Sie in Augsburg umfassend zu Ihren Möglichkeiten, wozu wir per Gesetz verpflichtet sind. Auch informieren wir Sie unverzüglich zu allen Belangen Ihres Verfahrens und stellen Ihnen die Gerichtskorrespondenz in Kopie zu.